Sea Cloud 2 erreicht Madeira

Share:
Azoren - Sea Cloud 2 - Joerg Pasemann-18-3

Der Wettergott hat meinen Tanz endlich akzeptiert und uns die letzten beiden Tage richtig schönes Segelwetter beschert. Tag 5 und 6 auf der Sea Cloud 2 in den Azoren und jetzt konnte das Schiff mal zeigen, was es kann. Kapitän Immo von Schnurbein lies Segel setzen und der Wind pustete uns mit Sonne in Richtung Funchal auf Madeira.

Funchal auf Madeira_2

Blick auf Funchal beim Einlaufen in den Hafen.

Die Mienen der 43 Passagiere auf der Sea Cloud 2 wurden besser, als das Schiff am Morgen eine permanente Schräglage einnahm. Schnell war klar, wir fuhren unter Segeln und auch das Brummen des Motors verstummte nach kurzer Zeit. Rund 170 Seemeilen vor Madeira hatte der starke Wind keine Kondition mehr und auch der Wellengang hatte deutlich abgenommen, so dass die Crew in die Masten klettern durfte und die Segel sich im Wind aufblähten. Endlich! Endlich kamen wir dazu, weshalb alle an Bord waren. Wir segelten den ganzen Tag und genossen die Sonne und den tollen Service an Bord des Schiffes.

Sea Cloud 2 erreicht Madeira

Gegen 14 Uhr am sechsten Tag war das Ziel, Funchal auf Madeira, erreicht. Ein Schlepper half der Sea Cloud 2 beim Anlegen im Hafen der Insel, in dem schon vier weitere große Kreuzfahrtschiffe festgemacht hatten. Auch für einen alten Seebären wie Immo von Schnurbein ist so ein Manöver immer spannend, zumal ein Hafenlotse für kurze Zeit das Kommando übernommen hatte. Knapp eine halbe Stunde nach dem Einlaufen in den Hafen wurde die Gangway runtergelassen und wir hatten wieder festen Boden unter den Füssen.

Blick von der neuen Plattform. Auf 580 Metern hat man einen traumhaften Blick auf Teile der Insel.

Blick von der neuen Plattform. Auf 580 Metern hat man einen traumhaften Blick auf Teile der Insel.

Funchal auf Madeira ist die größte Stadt der Insel und jeder Gast sieht gleich, welches die Haupteinnahmequelle ist: der Tourismus. Dass muss nicht immer schön sein und leider haben die portugiesischen Stadtplaner für meinen Geschmack kein glückliches Händchen. Während im Hinterland viele tolle Häuser stehen, die quasi in den Berg reingebaut worden sind, so sind ausgerechnet am Wasser Hotels hochgezogen worden, die den Anblick der tollen Insel etwas zerstören. Auch wenn mit dem Hotel „Reid’s“ sicherlich ein Schmuckstück an der Küste steht, in dem schon Sissy, die Kaiserin von Österreich, oder Winston Churchill übernachtet haben.

Sehenswert auch die Aussichtsplattform an der zweitgrößten Steilküste der Welt. In 580 Metern hat man auf einem Podest einen hervorragenden Blick über Funchal und Teile der Küste.

Apropos Sissy… Da ich ja bekanntermaßen ein großer Fan der Sissy bin, habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, das Bild in der Galerie vom Hotel „Reid’s“ zu besichtigen oder die Statue in der Stadt anzufassen.

Funchal auf Madeira_3

Das Hinterland dieser grünen Insel ist absolut sehenswert. Durch das Klima wächst vieles auf der Insel, was es woanders nicht gibt. Die Landwirtschaft, die überwiegend den heimischen Betrieben als Zulieferbetrieb dient, kann viermal im Jahr ernten. Welche Region auf der Welt kann das schon von sich behaupten?

Ja, liebe Sea Cloud 2, als Fazit am Ende der Reise kann ich sagen: Als Schiff bist Du mir und auch die Crew absolut ans Herz gewachsen. Von der Einrichtung, dem Anblick, dem Gefühl und dem Service kann man auf dem Wasser sicherlich nichts vergleichbares finden. Jedem Crewmitglied, vom Koch bis zum Zimmermädchen, hat man dem Spaß an der Arbeit abgenommen, der Service ist absolut erstklassig, die Stimmung an Bord immer gut. Riesiges Kompliment an alle!

Als Segelrevier kann ich die Azoren nicht beurteilen, da das Wetter in dieser Woche ja nur an zwei Tagen gezeigt hat, was es eigentlich kann, wenn es gute Laune hat. Aber auch nur die kurzen Abstecher in Ponta Delgada und in Horta auf Failal lassen erahnen, wie schön die Inseln des Archipels sein müssen. Vielleicht fahre ich zu einer späteren Zeit nochmal dort hin, um die Inseln und das Revier richtig kennenzulernen.

Blick von einem Golfplatz auf Madeira auf die Ostküste.

Blick von einem Golfplatz auf Madeira auf die Ostküste.

Und auch die Gäste haben mich durchaus beeindruckt. In den sieben Tagen an Bord des Schiffes habe ich mich mit fast allen Passagieren unterhalten. Entweder beim Frühstück, beim Mittag oder beim Abendessen – keine Spur von Steifheit, die oft beim Urlaub in einem 5*-Hotel vorzufinden ist. Sicherlich gibt es beim Kapitänsdinner die Ansage, das „Beste aus dem Schrank“ anzuziehen, aber ich bin die meiste Zeit an Bord (außer zu den Mahlzeiten) auch sehr gut mit meiner Jogginghose ausgekommen.

Hinweis: Ich wurde von der Reederei Sea Cloud Cruises auf diese Reise eingeladen. Vielen Dank!

Share: