Royal Clipper: Kreuzfahrt unter weißen Segeln

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Frische Seeluft, ein 134 Meter langer schnittiger Schiffsrumpf, der sich seinen Weg durchs Wasser bahnt, und über unseren Köpfen wölben sich 5.200 Quadratmeter Segelfläche im Wind: Das ist Windjammer-Romantik pur. Für eine Woche bin ich auf der „Royal Clipper“, dem größten Passagier-Segelschiff der Welt im westlichen Mittelmeer unterwegs.

Civitavecchia. Die Winschen quietschen und die Masten knarzen als Kapitän Sergey Utitsyn (55) beim Auslaufen die Segel der „Royal Clipper“ hissen lässt. Wir sind in Civitaveccia, dem Hafen von Rom, an Bord gegangen, wo unsere Kreuzfahrt nach gefühlten vier Wochen auch enden wird. Unter sternenklarem Himmel dröhnt aus den Lautsprechern Vangelis‘ Hymne „Conquest of Paradise“. Die Musik, die der Boxer Henry Maske bei der Weltmeisterschaft 1994 für den Einmarsch in den Ring gewählt hatte und die das Gefühl von unbegrenzter Freiheit noch vertieft.

Die Chorklänge werden uns ab jetzt bei jedem Ankerlichten begleiten, denn wir werden die ganze Reise über in kleinen Buchten auf Reede liegen. Die Fahrt der „Royal Clipper“ führt uns bis nach Sizilien an Italiens beeindruckender Amalfiküste entlang. Über die Insel Ponza und Palmerola geht es ins imposante Sorrent, wo Ausflüge zum geschichtsträchtigen Pompeji oder Herculaneum gebucht werden können. Wir ziehen es allerdings vor, die Fähre nach Capri zu nehmen und die romantische, aber leider total überlaufene Insel, auf eigene Faust zu entdecken.

Die „Royal Clipper“ liegt vor Amalfi auf Reede.

Die „Royal Clipper“ liegt vor Amalfi auf Reede.

Beim Einchecken auf der „Royal Clipper“ sind wir mit einem exotischen Cocktail in der offenen „Tropical Bar“ begrüßt worden. Dort werden wir während dieser Reise viel Zeit verbringen, denn sie ist das Herzstück des Windjammers und das Kommunikationszentrum für die bis zu 227 Passagiere und die Mannschaft. Unser Bordleben spielt sich vorwiegend an der frischen Luft ab. Abendveranstaltung sind zweitrangig und haben bis auf das Pianisten-Duo mehr Amateurcharakter. Auf einem Großsegler wie der „Royal Clipper“ steht das Erlebnis Segelschiff im Vordergrund, der Weg ist das Ziel.

Wir umrunden mit dem Tender die „Royal Clipper“, die Mannschaft grüßt vom Bugspriet.

Wir umrunden mit dem Tender die „Royal Clipper“, die Mannschaft grüßt vom Bugspriet.

Gäste dürften angeseilt die Want bis zur ersten Sailing hochklettern.

Gäste dürften angeseilt die Want bis zur ersten Sailing hochklettern.

Die meisten Gäste auf der Royal Clipper sind Segler oder “Wiederholungstäter”

Die 114 Kabinen und Suiten mit Marmorbad sind sehr komfortabel, das sonnendurchflutete Atrium über drei Decks mit Piano Bar, Bibliothek, Gallery, Shop und Restaurant ist stilvoll. Zum Frühstück und Mittagessen lädt ein Buffet im Restaurant oder in der Tropical Bar ein, wo es auch den Nachmittagssnack gibt. Der Dresscode lautet legere. Nur beim Abendessen sind für Herren lange Hosen erwünscht, ein Jackett ist nicht erforderlich. Die Küche ist hervorragend, das mehrgängige Menu steht auf der Speisekarte in drei Sprachen und wird von einen perfekten Serviceteam im nostalgischen Restaurant serviert.

Wer bei so viel gutem Essen auf seine Figur achten will, kann das in der Capitain Nemo Lounge in Fitnesscenter und Spa tun. Drei kleine Pools gibt es auf dem Sonnendeck, aber das eigentliche Highlight ist die Wassersport-Marina am Heck. Wenn der Großsegler vor Anker liegt, wird eine Plattform herabgelassen. Obwohl das Mittelmeer nur mäßig warm ist, nutzen etliche Gäste die Möglichkeit, um Schwimmen zu gehen.

Die Royal Clipper liegt vor Sorrent auf Reede

Die Royal Clipper liegt vor Sorrent auf Reede

Die „Royal Clipper“ ist das Flaggschiff der Star Clippers-Flotte, ein Fünfmastvollschiff und ein Nachbau der legendären „Preußen“ (1902-1910). Die Masthöhe beträgt imposante 54 Meter. 13 der 106 Crewmitglieder sind für das Handling der Segel notwendig. Bis zu 18 Knoten Geschwindigkeit sind unter vollen Segeln drin. Aber oft lässt Kapitän Sergey Utitsyn auch die beiden 2.500-PS-Dieselmotoren anwerfen. „Wir haben einen Fahrplan einzuhalten“, sagte der 55jährige Este, der einst auf der „Krusenstern“ gearbeitet hat und die „Royal Clipper“ seit über zehn Jahren befehligt. „Wenn wir nur Segeln, dann neigt sich das Schiff. Und dann kommen die Leute und sagen, dass sie nicht mehr lesen und nichts essen können.“

So gehört das Setzen der 42 Segel immer wieder zu den Highlights der Reise. Übertroffen wird dieses Gefühl nur noch vom grandiosen Ausblick von der zehn Meter hohen Plattform am Mast auf Schiff und Meer. Angeseilt und unter Aufsicht dürfen Gäste die Want hochklettern, um sich auf der ersten Sailing inmitten von Segeln den Wind um die Nase wehen zu lassen.

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Star Clippers betreibt drei der größten Passagierschiffe der Welt. Den Fünfmaster „Royal Clipper“ sowie die baugleichen Viermaster „Star Flyer“ und „ Star Clipper“ (Länge 115,5 Meter/170 Passagiere/74 Besatzungsmitglieder) Die „Royal Clipper“ fährt in diesem Jahr noch fünf Mal durch das westliche Mittelmeer, dann wieder ab Mai 2015. Sieben Nächte inkl. VP an Bord: Doppel-Außenkabine ab 2.365 Euro/Pers. Weitere Infos: www.star-clippers.de oder Tel. 00800-78272547.

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Hinweis: Die Reise wurde unterstützt von der Reederei Star Clippers und dem Veranstalter Star Clippers Kreuzfahrten.

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