Hobbiton: Auf den Spuren von Bilbo und Frodo

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Die neuseeländischen Schlepper-Kapitäne leisten auf unserer Reise ganz hervorragende Arbeit… Kapitän Peter Bos von Holland America Line lobt die Kollegen auf ihren kleinen „Kraftprotzen“ an Bug und Heck des Luxusliners, nachdem sie die „MS Oosterdam“ vom Liegeplatz zwischen zwei anderen Kreuzfahrtschiffen in Tauranga Harbour sicher ins offene Fahrwasser manövriert haben. „Was nützt schon ein PS-starker Motor, wenn ein Affe am Steuer sitzt“, philosophiert unser Kapitän auf seine einmalig humorvolle Art, die uns bei guten und weniger guten Nachrichten immer wieder zum Lachen bringt.

Am Strand von Tauranga

Am Strand von Tauranga: Im Hintergrund liegt die „MS Oosterdam“ zwischen zwei anderen Kreuzfahrtschiffen. Das Können der Schlepper-Kapitäne ist gefragt.

Der Kreuzfahrthafen von Tauranga, was auf Maori so viel wie Rast- oder Ankerplatz bedeutet, geht nahtlos in die langen breiten Badestrände der Bay of Plenty über, wo sich an diesem heißen Sommertag hunderte Erholungssuchende tummeln. Die 114.000-Einwohner-Stadt mit ihrem subtropischen Klima ist ein beliebter Badeort, umgeben von Neuseelands größten Kiwi-Anbaugebieten. Alle Schiffe, die vom Pazifik aus Tauranga Habour erreichen wollen, müssen sich durch Tauranga Entrance, eine etwa 500 Meter breite Meerenge zwischen Matakana Island und dem Vulkankegel Mount Maunganui, durchzwängen.

Meerenge Tauranga

Nur 500 Meter breit: Die Meerenge Tauranga Entrance ist ein Schlüsselloch für alle Schiffe.

Der bestbesuchte Pub der Südhalbkugel

Für Kreuzfahrer ist Tauranga auch Ausgangort für einen Tagesausflug zu den Geysiren im angrenzenden Roturua-Distrikt, das Zentrum der Maori-Kultur, oder zum Hobbiton-Filmset nahe Matamata. Wir haben uns für letzteres entschieden. Seit Regisseur Peter Jackson dort einen Teil seiner „Herr der Ringe“- und der „Hobbit“-Trilogien gedreht hat, ist Hobbiton (auf Deutsch Hobbingen) zum magischen Anziehungspunkt für Touristen geworden. 300 000 sollen es in Hobbiton im vergangenen Jahr gewesen sein. Das legendäre Wirtshaus „Green Dragon“ („Zum Grünen Drachen“) mit seinem Strohdach sei der bestbesuchte Pub auf der südlichen Halbkugel, erzählt Guide Nathan, der uns durch das Gelände führt.

Gasthaus „Zum Grünen Drachen

Blick von Beutelsend auf die Festwiese und den großen Baum. Im Hintergrund das Gasthaus „Zum Grünen Drachen“.

Als wir uns Hobbiton von oben mit dem Bus nähern, mit Blick auf Festwiese mit Baum, See und „Green Dragon“, frage ich mich, was haben Peter Jacksons „Hobbit“- und „Herr der Ringe“-Filme eigentlich mit Neuseeland und seiner Kultur zu tun? So gut wie gar nichts. Es gibt in den Filmen keine Maori, keinen Haka – den Ritualtanz der Maori, um ihren Gegnern Furcht einzuflößen – und keine neuseeländische Seele, die Rugby-verrückt ist und Lammbraten liebt. Dafür gibt es in Peter Jacksons Filmen furchterregende Orks, Zauberer, Elben und kleine Wesen mit viel zu großen behaarten Füßen, die gegen das Böse kämpfen, um dem Guten am Ende zum Sieg verhelfen. Der ewige Menschheitstraum vom Sieg Davids gegen Goliath – in J. R. R. Tolkiens Büchern wurde er nach langen Kämpfen wahr, und in Peter Jacksons Filmen mit Spezialeffekten in perfekter Hollywood-Manier umgesetzt. Viele Touristen kommen inzwischen speziell wegen der „Herr der Ringe“- und der „Hobbit“-Schauplätze nach Neuseeland.

Auenland – Paradies für Fans von Frodo und Co.

Die Hobbit-Fans im Auenland sind begeistert, am Ziel ihrer Träume zu sein. Das grüne Weideland und die sanften Hügel der Alexander-Farm bieten das perfekte Ambiente für Hobbingen. Eine alte Dame mit Gehhilfe, die Nathan bergauf und bergab auf der Film-Set-Tour kaum folgen kann, kennt sich perfekt aus und kann alle seine Fragen beantworten. Das Geheimnis ihres Wissens: Sie musste ihren Enkelkindern immer aus Tolkiens Büchern vorlesen.

Hobbit-Höhlen

Eine der zahlreichen, teils unterschiedlich groß skalierten Hobbit-Höhlen. (Fotos:: Alexander Ehlers)

Der Weg führt vorbei an den Fassaden von 44 gepflegten kleinen Hobbit-Höhlen mit runden Türen in Blau, Gelb und Rosa, an blühenden Vorgärten und Obstbäumen bis nach Beutelsend (Bilbos und Frodos Haus). Über die zweibogige Brücke geht es zum berühmten Festbaum. Die Tour endet am Gasthaus „Zum Grünen Drachen“, wo eigenes Hobbit-Bier und -Cidre gebraut werden. Jeder Besucher erhält ein kostenloses Getränk.

Der Baum über Beutelsend

Sieht echt aus, ist aber künstlich: Der Baum über Beutelsend.

Ein Grill für alle

Nach der Rückkehr in Tauranga bleibt uns bis zum Ablegen der „MS Oosterdam“ noch genügend Zeit für einen Strandbesuch, wo wir eine Überraschung erleben. Wir kommen ins Gespräch mit einer jungen Neuseeländerin und ihrem Sohn, die Bratwürste am Strand grillen – auf einem Elektro-Grill, der dort von der Kommune fest installiert worden ist und den jedermann nutzen kann. Das dient dem Umweltschutz und soll der Brandgefahr in Trockenzeiten vorbeugen helfen.

Ein Grill für alle Besucher

Am Strand fest installiert: Ein Grill für alle Besucher

Flugverbindungen nach Sydney und Neuseeland gibt es von Deutschland aus über zahlreiche internationale Drehkreuze u.a. mit Air New Zealand, Singapore Airlines oder Emirates. Mehr Infos über Neuseeland unter: www.newzealand.com
Die „MS Oosterdam“ ist ein klassisch-elegantes Kreuzfahrtschiff. Passagierkapazität: 1.916; Besatzung: 817. Sie verfügt über elf Passagierdecks. Bordsprache ist Englisch, aber es gibt Mitarbeiter an der Rezeption, die Deutsch sprechen und eine Speisekarte auf Deutsch. Holland America Line ist eine der großen Kreuzfahrtgesellschaften mit europäischen Wurzeln, deren Geschichte bis ins vorletzte Jahrhundert zurück reicht. Zur Flotte gehören 15 Premiumschiffe mittlerer Größe, die unter niederländischer Flagge fahren. Bei den Readers Choice Awards 2012 des renommierten „Porthole Cruise Magazins“ wurde Holland America Line in acht Kategorien ausgezeichnet, darunter „Beste Alaska-Routen“, „Beste Landausflüge“ und „Beste Privatinsel für Half Moon Cay“. Weitere Infos unter: www.hollandamerica.com
Reiseführer „Sydney“ mit City-Map von Dumont und „Reise-Handbuch Neuseeland“ von Dumont
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