Helgoland steckt voller Überraschungen

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Helgoland - MSC Magnifica - Joerg Pasemann-063

Da liegen wir zusammen Hand in Hand am superweißen Strand von Helgoland.“ – Ich weiß zwar nicht, welchen Strand Sänger Niko zur Zeit der Neuen Deutschen Welle (NDW) auf der Insel gesehen haben will, aber ich habe nur kleine Sandabschnitte gefunden, die alles andere als weiß waren. Überhaupt war ich von Helgoland sehr überrascht.

Ich war vorher noch nie auf der einzigen deutschen Hochseeinsel, die ja sehr viel Geschichte zu bieten hat. Ich würde fast behaupten, dass diese kleine Insel – auf Quadratmeter und Einwohner gerechnet – der Ort in Deutschland ist, der an historischer Vergangenheit nicht zu überbieten ist: Hier auf Helgoland wurde am 26. August 1841 die Deutsche Nationalhymne von Hoffmann von Fallersleben getextet, Joseph Haydn komponierte hier die Hymne für den römisch-deutschen Kaiser, hier gab es unzählige Seeschlachten vor der Insel und vieles mehr. Man atmet quasi die ganze Zeit Geschichte auf der Insel ein.

Helgoland hatte ich mir größer vorgestellt

Dennoch war ich morgens etwas überrascht, als die MSC Magnifica vor der Insel vor Anker ging. Irgendwie hatte ich mir die Insel etwas größer vorgestellt. Immerhin habe ich schon so viel von Helgoland gelesen und gehört. Am Ende ist es irgendwie eine Wanderung zur „Langen Anna“ und ein Besuch im Duty Free Shop. Aber der Reihe nach.

Mit dem Tenderboot an Land

Mit dem Tenderboot an Land

Wir hatten Glück, denn viele versuche die Insel mit einem großen Kreuzfahrtschiff anzulaufen schlagen aufgrund der Wellen der Nordsee oft fehl. Nicht so bei uns. Mit einem Tenderschiff wurden wir von der Magnifica auf die Insel gebracht. Ein mühseliges Unterfangen, denn hier sind knapp 2.500 Gäste an Bord und so ein Tenderschiff hat gerade mal für 120 Personen Platz. Auf der Fahrt fällt auf, dass die Insel in zwei Teile aufgeteilt ist. Diese beiden Inseln gehörten bis 1721 ursprünglich zusammen, sind aber bei einer Sturmflut auseinander gefallen. Auf der einen Seite leben die Menschen der Stadt, auf der anderen Seite befinden sich einige Strandabschnitte und der Flughafen der Insel.

Shoppingmeile auf Helgoland

Shoppingmeile auf Helgoland

Auf der Insel wird man am Hafen gleich von den unzähligen Duty-Free-Shops empfangen. Grund ist die Lage der Insel. Hier kann man – wie früher auf den Butterschiffen – zollfrei einkaufen. Überhaupt wirkte die Insel auf mich gleich irgendwie…. verstaubt. Die Häuser stammen alle aus den 50er-Jahren und offensichtlich ist die Urlauber-Zielgruppe älterer Abstammung. So verwunderst es auch nicht, dass jedes Restaurant Seniorenteller anbietet und einen Fahrstuhl hat, der die Gäste für 60 Cent vom Unterland aufs Oberland transportiert. Wer besser zu Fuß ist kann aber auch gerne die kurze Strecke laufen.

Ziel aller Besucher auf der Insel ist die „Lange Anna“, der wohl berühmteste Felsen in Deutschland. Wie in einer Ameisenkette laufe auch ich den 2,3 Kilometer langen Rundweg über Helgoland, um die Anna fotografieren zu können. Der Felsen wurde „liebevoll“ an der Wasseroberfläche mit hässlichem grauen Betonmauern vor der wilden Nordsee geschützt, wie übrigens viele andere Abschnitte der Insel auch. Nach dem obligatorischen Foto des Felsens ging es dann wieder zurück in Richtung Hafen, vorbei am Fußballplatz von Helgoland und dem wohl schönsten Gartenhäuschen in Deutschland. Direkt am Felsen über dem Fußballplatz mit unverbaubarem Blick auf die Nordsee liegt eine kleine Gartenkolonie auf der Insel. Im Sommer sicherlich traumhaft aber irgendwie auch beängstigend.

Warum viele Kreuzfahrer die Insel meiden, konnten wir auf dem Rückweg erleben. Unser Tenderboot hatte aufgrund des hohen Wellengangs ziemliche Probleme am Boot festzumachen, damit alle wieder zurück auf das Schiff gehen konnten. So dümpelten wir knapp 45 Minuten vor dem Schiff wie ein Korken auf dem Wasser herum und einige nicht seefeste Gäste waren froh, dass Plastiktüten an Bord waren. Vielleicht auch ein Grund, warum abends dann nicht mehr so viel los war an Bord.

Nächstes Ziel der MSC Magnifica ist Dover in England. Ich schaue mir dann Canterbury und das Schloss Walmer etwas genauer an.

Hinweis: Ich wurde von MSC Kreuzfahrten auf diese Reise eingeladen!

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