Costa neoRomantica: Die Langsamkeit neu entdecken

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Mit „Slow-Cruise“ und „Slow-Food“ will die italienische Costa-Reederei zurück zu den Kreuzfahrtursprüngen: Statt Trubel mehr Luxus und private Atmosphäre auf kleineren Schiffen (unter 800 Kabinen). Noch läuft nicht alles perfekt, und nicht allen Gästen hat sich das Konzept bisher erschlossen, aber der Weg klingt vielversprechen. Ich habe das „neo-Konzept“ auf der „Costa neoRomantica“ auf dem Weg von Rom nach Athen ausprobiert.

Rom/Kalamata – Viele Kreuzfahrer kommen bei Dimitris Kouvelakis in Messene wohl nicht vorbei, denn der Hafen von Kalamata, der 45 Auto-Minuten entfernt liegt, befindet sich abseits der üblichen Mittelmeerrouten. Die „Costa neoRomantica“, die mit 789 Kabinen zu den kleineren schwimmenden Hotels gehört, „ist in diesem Jahr das erste Kreuzfahrtschiff, das hier anlegt“, erzählt Fremdenführerin Helena, die aus Athen extra auf den Peleponnes angereist ist.

Dimitris Kouvelakis strahlt als wir seinen kleinen Kramladen an der Durchgangsstraße oberhalb der antiken Stadt Messene betreten. Dort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Manche Preisschilder haben schon Patina angesetzt. Zwischen Souvenirs für Touristen und ein paar schönen Antiquitäten finden sich auch Lebensmittel für den täglichen Bedarf, zum Beispiel Feigen und Olivenöl in Blechkanistern.

Olivenöl aus Kalamata

Die Gegend um Kalamata ist berühmt für ihr hervorragendes Olivenöl. Der Mittsechziger öffnet eine kleine Blechflasche und taucht einen Zahnstocher hinein, um uns probieren zu lassen. Einfach köstlich! Der Kauf fällt leicht. Mit der typisch griechischen Gastfreundschaft holt der grauhaarige Mann eine Zwei-Liter-Flasche selbstgebrannten Tsipouro, so heißt der griechische Trester, aus dem Hinterzimmer, schenkt uns in Mini-Plastikbechern ein und bietet uns Brot an. Beim zweiten Tsipouro müssen wir passen wir.

Costa neoRomantica

Wenig bekanntes Ziel: Die antike Stadt Messene ist von Kalamata aus in einer Dreiviertelstunde erreichbar.

Durch eine abwechslungsreiche Hügellandschaft mit Feigenbäumen und uralten Olivenhainen geht es zurück zur „Costa neoRomantica“. Das Kreuzfahrtschiff liegt fast im Herzen von Kalamata, direkt an einer belebten Promenade der 70.000-Einwohner-Stadt. Dort haben wir noch reichlich Zeit für einen City- und Strandbesuch.

Kalamata ist eines der neuen Ziele auf der Route „Meisterwerke der Antike“, die von Savona bis Athen durchs östliche Mittelmeer führt, und dem jüngsten Marketing-Konzept von Costa-Kreuzfahrten geschuldet. Mit der „neoCollection“ setzt die Reederei neben dem Massenmarkt mit 3.000 und mehr Passagieren seit kurzem auf ein Nischen-Produkt: „Slow Cruise“ und „Slow Food“ sollen den Genuss des Reisens im langsameren Rhythmus auf kleineren Schiffen erlebbar machen.

Costa-Club-Mitglied und 13-maliger Wiederholer

Ein deutscher Gast in den Sechzigern, „Costa-Club-Mitglied und 13-maliger Wiederholer“, wie der Mann aus Celle stolz berichtet, vermisst den großen Theatersaal auf der „Costa neoRomantica“, ist mit den anderen Neuerungen „aber sehr zufrieden“. Vor allem lobt er das Essen und die „Enoteca“ mit über 120 Weinen, in der Sommelier Nunzio für 20 Euro wundervolle Weinproben mit den dazu passenden Käsesorten zelebriert. Wer sich lieber allein durch die Weine durchprobieren möchte, kann auch das. Wie bei einem Bankautomaten schiebt man seine Bordkarte in einen Automaten, drückt beim entsprechenden Wein auf einen Knopf, und schon fließt der Rebensaft ins Glas. Abgerechnet wird bei Abreise über die Bordkarte.

Costa neoRomantica

Ein Stück Italien auf See: echter Pizza-Holzofen. Fotos: Liane Ehlers

Manchem Gast ist allerdings gar nicht bewusst, dass er sich auf einer „Slow -Cruise-Reise“ befindet und was das eigentlich bedeutet: unbekanntere Ziele, langsamer fahren und längere Liegezeiten in den Häfen (12, 15 oder 48 Stunden). Die Langsamkeit neu entdecken, so lautet die Devise. Ausflüge in kleineren Gruppen. Mit dieser Form des Reisens will Costa zurück zu den Kreuzfahrtursprüngen. Zielgruppe sind Paare und kleine Freundeskreise.
Neu auf den „Slow-Cruise-Reisen“ ist auch das Gastronomie-Konzept, das auf der italienischen „Slow-Food-Bewegung“ basiert: Gegen kulinarische Beliebigkeit soll helfen, dass nur in den Topf kommt, was in der Ziel-Region wächst. Auf der Speisekarte sind diese Gerichte durch Mini-Schmetterlinge gekennzeichnet. Ein Angebot, aber kein Muss. Der Pizza-Holzofen mit echtem Feuer bringt ein Stück Italien auf die „Costa neoRomantica“.

Dafür, dass das neo-Konzept keine Eintagsfliege bleibt, soll auch die auf vier Jahre angelegte Kooperation mit der noblen Gastronomie-Universität in Pollenzo garantieren, an der renommierte Spitzenköche und Winzer lehren. Und dann sind da noch die abendlichen Tischzeiten zwischen 18.30 und 22.30 Uhr: Man kommt, wenn man Hunger hat; wählt den Tisch, den man möchte; mit Leuten, die man mag – alles ganz entspannt. Wer dann vielleicht doch mal warten muss? Dem hilft ein Pieper, der den Gast von der Bar zum Essen ruft, wenn der Tisch frei ist.

Statt großer Show-Bühne ist auf der „Costa neoRomantica“ feines Entertainment auf vielen Ebenen angesagt. Die Geräuschkulisse ist gedämpft, die Musikfarbe angenehm. Ein Fitness-Studio im Bug mit Blick aufs Meer und ein großes Samsara-Spa helfen Stressgeplagten bei der Entspannung. Für jüngere Kinder gibt es einen kleinen Squok-Club; für Teenager sind größere Schiffe allerdings die bessere Wahl.

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Zur Costa Flotte gehören 15 Schiffe. Die „neoCollection“ umfasst die drei älteren, komplett umgebauten Schiffe: „Costa neoRomantica“ (789 Kabinen), „Costa neoRiviera“ (624 Kabinen) und ab Januar die „Costa neoClassica“ (654 Kabinen). Sie steuern auch kleine, unbekanntere Häfen an. Die Liegezeiten betragen bis zu zwei Tagen.

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Am 20. Mai 2015 wir die „Costa neoRomantica“ den Hamburger Hafen erstmals im Slow-Cruise-Tempo verlassen. Die Routen führen u.a. zur Mitternachtssonne über den Polarkreis hinaus zu den Lofoten, ans Nordkap oder von Amsterdam ins Baltikum mit zwei Tagen Liegezeit in St. Petersburg. Die „Costa neoRiviera“ ist u.a. rund um Afrika, im Indischen Ozean und zu den schönsten Mittelmeerinseln unterwegs. Die „Costa neoClassica“ läuft mit Mauritius, La Reunion, Madagaskar und Mahe´ Traumziele für Hochzeitsreisende an.

Mehr Infos unter: www.costakreuzfahrten.de

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Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung von Costa-Kreuzfahrten.

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